Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther - Fachärzte für Augenheilkunde

Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther

Fachärzte für Augenheilkunde

Glaucom ("grüner Star")

Das Glaucom (grüner Star) betrifft in den Industrieländern insgesamt ca. 4% der Bevölkerung und gehört in diesen Ländern zu den häufigsten Erblindungsursachen. Allein in Deutschland sind 800.000 Menschen von dieser Erkrankung betroffen, bei ca. 3 Millionen Menschen liegt eine Vorstufe vor. Da diese Krankheit schmerzlos, schleichend und anfangs ohne Sehstörungen verläuft, wird ihre Gefährlichkeit häufig unterschätzt. Erst im fortgeschrittenen Stadium werden Einschränkungen des Sehvermögens bemerkt, die dann nicht mehr therapeutisch rückgängig gemacht werden können.

Das Glaucom (grüner Star) ist charakterisiert durch einen individuell erhöhten Augeninnendruck, der u.a. zu Durchblutungsstörungen in der Papille (Sehnervenkopf) mit Schädigung der Nervenfasern führt.

Dadurch entstehen Ausfälle im Versorgungsbereich der Nervenfasern und somit im Gesichtsfeld. Diese Gesichtsfeldausfälle beginnen meist im äußeren Gesichtsfeldbereich, vergrößern sich langsam von außen nach innen, bis letztlich auch das zentrale Sehen betroffen ist.

Risikofaktoren sind neben einer genetischen Veranlagung, u.a. zunehmendes Lebensalter, größere Fehlsichtigkeiten, Ablagerungen auf der Linse (Pseudoexfoliatio lentis), Unfälle, Diabetes und Cortison-Dauertherapien.

Unter den primären Glaucomen unterscheidet man das Offenwinkelglaucom, das Engwinkelglaucom und das akute Glaucom (Glaucomanfall). Letzteres ist ein Notfall und im Gegensatz zu den anderen Glaucomformen mit ausgeprägten Schmerzen, Allgemeinsymptomen (Übelkeit, Erbrechen) und akuten Sehstörungen vergesellschaftet. Hier muss schnell therapeutisch, meist operativ, eingegriffen werden, um das Augenlicht zu erhalten. Sekundäre Glaucome sind eine Folge anderer Augenerkrankungen.

Um ein Glaucom zu diagnostizieren, muss zuerst neben der Messung des Augeninnendruckes eine Beurteilung der Papille (Sehnervenkopf) durchgeführt werden (Früherkennungsuntersuchung). Sollten hier Auffälligkeiten bestehen, erfolgt eine weiterführende Diagnostik durch Gesichtsfelduntersuchungen. Zusätzlich sind dreidimensionale Topographie-Untersuchungen der Papille (Sehnervenkopf) (HRT) oder der Nervenfaserschichtdicken (GDx) anzuraten, um durch diese erweiterten Früherkennungsuntersuchungen frühzeitig geringste Nervenfaserschädigungen zu diagnostizieren, bevor der Patient erste Beeinträchtigungen des Sehvermögens bemerkt.

Als Mitglied des Augen-Diagnostik-Centrums (ADC) in Wuppertal verfügen wir über alle medizinisch aktuellen und modernsten diagnostischen Möglichkeiten zur Früherkennung und Verlaufskontrolle des Glaucoms (grüner Star).

Nach Sicherung der Diagnose eines Glaucoms (grüner Star) erfolgt die Therapie primär durch drucksenkende Augentropfen und/oder mittels drucksenkender Laser-Therapie (SLT). Nur in Ausnahmefällen muss ein chirurgischer, drucksenkender Eingriff durchgeführt werden.

Regelmäßige Verlaufskontrollen sind unbedingt notwendig, um ein mögliches Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden.

© Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther 2011 - 2019