Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther - Fachärzte für Augenheilkunde

Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther

Fachärzte für Augenheilkunde

Refraktive Chirurgie

Normalerweise werden Fehlsichtigkeiten durch Brillen oder Kontaktlinsen korrigiert. Diese bieten den Vorteil einer reversiblen und komplikationslosen Korrektur.

Da das Tragen von Brillen für viele Menschen ein Problem darstellt, weil sie sich in ihrer Persönlichkeit, z.B. kosmetisch, oder ihrer Lebensführung, z.B. beim Sport, beeinträchtigt fühlen oder Kontaktlinsen nicht mehr vertragen werden, bietet die moderne Augenheilkunde die Alternative, diese Fehlsichtigkeiten operativ zu korrigieren.

Wichtig ist anzumerken, dass jede refraktive Operation eine "Operation" ist mit entsprechenden Risiken und Komplikationsraten. Ebenfalls ist nicht jede Fehlsichtigkeit geeignet für einen refraktiven Eingriff. Um zu überprüfen, ob die individuelle Fehlsichtigkeit durch eine refraktive Operation korrigiert werden kann, bedarf es einer umfassenden Erhebung der Augen-Vorgeschichte, der individuellen Risikofaktoren und einer gründlichen augenärztlichen Untersuchung.

Unerlässliche Voraussetzungen für eine refraktive Operation ist z.B. eine über Jahre bestehende unveränderte Fehlsichtigkeit, ein Alter von möglichst mindestens 22 Jahren, keine limitierenden Augenerkrankungen (wie z.B. grüner Star (Glaucom) oder Hornhaut-Erkrankungen), sowie keine besonderen Allgemein- oder Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Rheuma.

Die refraktive Chirurgie wird in zwei Therapiegruppen eingeteilt:

  1. Die Hornhaut-chirurgischen (laserchirurgischen) Eingriffe
  2. Die Linsen-chirurgischen Eingriffe

Hornhaut-chirurgische Operationen

Da die Hornhaut die größte Brechkraft im Auge besitzt (ca. 43 von insgesamt 56 Dioptrien), bewirken kleine Veränderungen in der Wölbung der Hornhaut eine deutliche Veränderung der Refraktion. So erreicht man durch eine Abflachung der Hornhautmitte eine Korrektur der Kurzsichtigkeit (Myopie), durch eine Vorwölbung der Hornhautmitte eine Verstärkung der Brechkraft zur Korrektur der Weitsichtigkeit (Hyperopie). Auch Hornhautunregelmäßigkeiten oder Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) können Hornhaut-chirurgisch ausgeglichen werden.

Die Hornhaut-laserchirurgischen Eingriffe werden mit einem Excimer-Laser (193 nm) durchgeführt, der nur wenige tausendstel Millimeter in die Hornhaut eindringt und dadurch äußerst exakt feinste Hornhautschichten abträgt, bis die gewünschte Korrektur erreicht ist. Die meist angewandten Techniken sind die PRK (photoablative refraktive Keratektomie) und die LASIK (Laser in situ Keratomileusis). Beide unterscheiden sich darin, dass bei der PRK nach Abtragung des Hornhautepithels direkt die oberflächlichen stromalen Hornhautschichten laserchirurgisch bearbeitet werden, während bei der LASIK in Kombination mit einer zusätzlichen Schnitt-Technik nach Anheben eines Hornhautdeckels tiefere stromale Hornhautschichten laserchirurgisch bearbeitet werden. Während mit der PRK nur geringere Refraktionen (z.B. Myopie bis -6 Dioptrien) ausgeglichen werden können, ermöglicht die LASIK auch die Korrektur größerer Refraktionsdefizite (z.B. Myopie teilweise bis -10 Dioptrien).


Linsen-chirurgische Operationen

Bei diesem intraocularen chirurgischen Verfahren wird entweder eine zusätzliche Linse (wie eine Kontaktlinse, add-on Linse) auf die natürliche Linse implantiert oder die bestehende Linse, wie bei einer Operation des grauen Stars (= Cataract-Operation), nur als klare Linse (= clear lens extraction) entfernt und eine korrigierende Kunstlinse ins Auge eingesetzt. Der Vorteil der zusätzlichen Linse ist der Erhalt der natürlichen Linse mit deren Brechkraft und letztlich im Extremfall auch die Möglichkeit, diese zusätzliche Linse wieder zu entfernen. Nachteil ist, dass u.a. bei späterer Eintrübung der natürlichen Linse (grauer Star = Cataract) eine erneute Linsenoperation durchgeführt werden muss. Der Austausch der natürlichen Linse bedeutet zwar den Verlust der Akkommodation (= Lesefähigkeit ohne Brille), doch gibt es moderne Linsentypen, die in eingeschränkter Form auch eine Korrektur sowohl im Fern- wie auch im Nahbereich erreichen (z.B. Multifokallinsen).

Bei Interesse sprechen Sie uns an. Wir führen eine Voruntersuchung durch und beraten Sie unabhängig. Bei ergänzendem Beratungsbedarf oder bei OP-Wunsch überweisen wir Sie gezielt an ein spezialisiertes, individuell für Sie geeignetes Kompetenzzentrum, mit dem wir nach erfolgter Operation auch im Rahmen der operativen Nachsorge zusammenarbeiten.

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