Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther - Fachärzte für Augenheilkunde

Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther

Fachärzte für Augenheilkunde

Cataract ("grauer Star")

Unter einer Cataract versteht man eine langsam fortschreitende Trübung der Linse ("grauer Star"). Diese tritt hauptsächlich altersbedingt durch Stoffwechselveränderungen auf und betrifft fast alle Menschen ab dem 65. Lebensjahr.

In einigen Fällen können Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, äußere Einflüsse, wie Augenverletzungen oder Augenentzündungen, und/oder systemische Medikamententherapien, wie z.B. eine Cortisontherapie über einen längeren Zeitraum, eine Linsentrübung auslösen oder deren Fortschreiten beschleunigen. In diesen Fällen spricht man von einer sekundären Cataract. In seltenen Fällen kann eine Linsentrübung auch angeboren sein (angeborene Cataract), die möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden muss, um eine normale Entwicklung der Sehfähigkeit des Kindes zu ermöglichen (siehe Amblyopie).

Der Patient bemerkt zunächst eine langsame Sehverschlechterung, eine erhöhte Blendempfindlichkeit, eine Änderung der Brillenstärke in kurzen Abständen, ein verändertes Farbensehen (Grauschleier), vernebeltes Sehen oder zunehmend unscharfe Konturen.

Im Anfangsstadium können veränderte Brillengläser noch helfen. Nimmt der graue Star weiter zu, ist meist eine Operation mit der Entfernung der getrübten Linse und dem Einsetzen einer Kunstlinse notwendig. Über einen kleinen Schnitt am Rand der Hornhaut wird die getrübte Linse mittels Ultraschall zertrümmert, abgesaugt und die individuell ausgewählte Kunstlinse in die gleiche Position eingesetzt.

Die Cataract-Operation gehört mit bundesweit über 600.000 Operationen pro Jahr zu den häufigsten und sichersten Eingriffen. Diese wird in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert meist nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Sollte der Patient aufgrund besonderer Allgemein- bzw. Augenerkrankungen ein höheres OP-Risiko haben, erfolgt der Eingriff unter besonderer Überwachung stationär. Sowohl bei der ambulanten wie auch bei der stationären Operation arbeiten wir mit unterschiedlichen Kompetenz-Zentren zusammen, die wir individuell je nach Krankheitsbild und/oder speziellen Wünschen des Patienten vorschlagen und mit dem Patienten zusammen auswählen.

Die notwendigen Voruntersuchungen werden in unserer Praxis durchgeführt und dem Operateur bzw. der Klinik zur Verfügung gestellt. Hier ist wichtig, eventuelle andere Vorerkrankungen auszuschließen, die einerseits das OP-Risiko erhöhen, andererseits den Seherfolg nach der OP beeinträchtigen. OP-spezifische Untersuchungen, wie zum Beispiel das exakte Ausmessen der Kunstlinse, werden vor der Operation in der jeweiligen Klinik durchgeführt.

Die notwendige post-operative Behandlung und Betreuung des Patienten erfolgt wieder in unserer Praxis. Post-operative Komplikationen treten selten auf und können in der Regel erfolgreich therapiert werden.

Häufiger tritt später nach dem Eingriff ein Nachstar (Kapselfibrose) auf. Hierbei handelt es sich um keine Komplikation, sondern um ein natürliches Zellwachstum im Kapselsack, der Struktur, in den die Kunstlinse eingesetzt worden ist. Durch einen Laser-Eingriff (YAG-Kapsulotomie) kann dieser Nachstar ohne nennenswerte Nebenwirkungen entfernt werden.

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