Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther - Fachärzte für Augenheilkunde

Dr. Dirk Schulze-Berge, Dr. Martina Dürbeck-Günther

Fachärzte für Augenheilkunde

Optisches System des Auges


Die Refraktion bzw. der Brechungszustand des Auges wird bestimmt durch die Brechkraft des optischen Systems (Hornhaut, Linse) und der Achslänge.

Man kann dieses optische System mit einer Kamera vergleichen.

Bei der Normalsichtigkeit (Emmetropie) befinden sich Brechkraft und Achslänge im richtigen Verhältnis, d.h., die einfallenden Lichtstrahlen werden genau in einem Punkt auf der Netzhaut (Brennpunkt) gebündelt.

Treffen sich die Lichtstrahlen nicht in einem Punkt auf der Netzhaut, entsteht ein unscharfes Bild. Es besteht eine Fehlsichtigkeit (Ametropie). Liegt dieser Brennpunkt hinter der Netzhaut, handelt es sich um eine Weitsichtigkeit (Hyperopie), liegt er vor der Netzhaut, besteht eine Kurzsichtigkeit (Myopie). In manchen Fällen werden die Lichtstrahlen durch eine unterschiedliche Krümmung der Hornhaut oder Linse ungleichmäßig gebrochen, so dass kein Brennpunkt, sondern eine Brennlinie entsteht. Diese Fehlsichtigkeit bezeichnet man als Hornhautverkrümmung (Astigmatismus).

Als Naheinstellungsreaktion (Akkommodation) bezeichnet man die Wölbungsänderung der Linse durch Anspannung des Ringmuskels (Ziliarmuskel) bzw. der Eigenelastizität der Linse. Dadurch wird der Fernpunkt in den Nahbereich (z.B. zum Lesen) verschoben. Lässt die Eigenelastizität der Linse bei jedem Menschen im Laufe des Lebens nach (natürlicher Alterungsprozess), entsteht die Alterssichtigkeit (Presbyopie).

In manchen Fällen bestehen zwischen beiden Augen unterschiedliche Refraktionswerte. Diesen Zustand bezeichnet man als Anisometropie. Ist dieser Unterschied zu groß und nicht korrigiert, kann sich im Kleinkindalter eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) und/oder eine Schielstellung (Strabismus), im jugendlichen bzw. erwachsenen Alter Sehstörungen und/oder Kopfschmerzen entwickeln.

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